Dipladenia 

Feentanz

Irgendwann in Februar 2000 erblühte im Elfenhain eine Pflanze - die Dipladenia. Sie war nicht besonders schön, aber im Hain die einzige ihrer Art. Sie beobachtete das Treiben um sich herum und langsam wurde sie traurig, da sie sich nicht bewegen konnte. Die ganzen Wesen um sie herum liefen, sprangen und flogen lustig im Hain herum..... Dipladenia äußerte zaghaft den Wunsch, auch mal  über den Wolken zu fliegen, worauf Eisdrache sie vorsichtig ausgrub und Gwallafad sie telekinetisch über den Boden schweben ließ; Eisdrache nahm sie dann vorsichtig in  seine großen Pranken und trug sie durch die Lüfte . Während er mit der jubelnden Dipladenia so über den Hain flog, verschwand Xantaris in seiner Höhle und braute einen geheimnisvollen Trank zusammen.... Als Eisdrache mit Dipladenia zurückkam, pflanzte er sie vorsichtig wieder ein. In dem Moment trat Xantaris auf sie zu und goß Dipladenia mit dem geheimnisvollen  Trank. Sie fühlte sich plötzlich sehr merkwürdig, ihre Blätter wurden welk und fielen schließlich ab. Eine Wolke aus in der Sonne glitzernden Blütenpollen hüllte sie tanzend ein, und als sie sich niederlegten, war aus der unscheinbaren Pflanze eine kleine, zauberhafte Fee geworden. Ihre Flügel erstrahlten in den schönsten Regenbogenfarben, ihr goldenes Haar verdeckte ihre Blöße und ihre Augen waren von einem strahlenden Blau, das sich  schimmernd in den eisblauen Schwingen des Eisdrachens spiegelte, die sie schützend umgaben. Schnell sammelte sie Blätter zusammen, die sie zu einem notdürftigen Kleid zusammenflocht.  Seit diesem gedenkwürdigen Tag war sie dem Hain und seinen Bewohnern verfallen....

Sie erlebte viele spannende Abenteuer mit ihren Freunden, die jetzt alle aufzuzählen zu langwierig wäre, aber ihr treuester Begleiter war und ist Eisdrache. Er begleitet sie fast überall hin. Zusammen bekämpften sie schon ganze Armeen. Aufgrund seiner Zuverlässigkeit und Treue fragte sie ihn eines Tages, ob er nicht ihr Gefährte werden wolle. Eisdrache zögerte nur kurz, wie hätte er auch diese hübsche kleine Fee ablehnen können, die sein eiskaltes Herz erwärmt hatte? Seitdem sind sie als fast unzertrennliches Duo unter den Hainern bekannt. Ihr Herz jedoch hatte sie an den Dämon Taraven verloren, mit dem sie sich eine eigene Welt  schuf. Obwohl ihre Liebe stark war, waren sie nicht füreinander bestimmt... Viel später, der treue Drache hatte sie soeben den Klauen der Hölle entwunden, in die sie sich gewagt hatte um ihren Dämon zu gewinnen, trug sie der Rücken ihres Drachen zu einem Ort, der dem Hain sehr ähnelte. Dort traf er, unter anderen, einen alten Freund, den Zwergenkönig Laurin. Die Wolke aus Sternenstaub mit der sich die kleine Fee umgab, um ihre Freude über das Entrinnen aus der Hölle zu zeigen und Anflüge von Trauer über den Verlust ihres Dämons zu verbergen, erfasste irgendwann auch den Zwergenkönig. Mit besorgter Miene verfolgte der Drache wie sich das seidenzarte Band, das sich aus den Funken zwischen ihnen sponn, zu einem festen Strang entwickelte. In Sorge nun zwei Freunde ins Unglück stürzen zu sehen versuchte er den Zwerg zu bremsen, was ihm den entrüsteten Zorn der Dipladenia eintrug. Stolz schickte sie ihn fort, um mit wackeligen Kien nach ihrem Glück zu suchen. Gedemütigt, aber nicht gewillt sie fallen zu sehen, kreiste der Drache hoch über ihr oder durchschnitt die Schatten in ihrer Nähe. Selten zeigte er sich, ließ sie aber nie aus den Augen. Als sie strauchelte, war seine Pranke bereit Körper und Geist der kleinen Drachenfee in sich zu bergen. Kaum gewahr des Drachen und ihrer Umgebung, folgte Dipladenia dem immer stärker werdenden Strang der sie mit Laurin verband. Ihr Weg trug sie in eine fruchtlose Ebene, die sie bisher immer gemieden hatte. Allein, nur umgeben von dem Schatten eines Drachen und dem leuchtenden Band vor sich, bahnte sie sich ihren Weg zwischen schroffen Klippen. Tapfer und halb blind vor Liebe, schritt sie durch das karge Land, rang Monster wie Einsamkeit und Enttäuschung nieder die eigentlich die Gegenwart von Drachen meiden, aber in der kleinen Fee leichte Beute wähnten. Immer tiefer schritt sie in den Canyon, nur geführt von dem leuchtenden Band. Immer schmaler wurde die Schlucht, bis kaum mehr der Schatten eines Drachen folgen konnte. Als der Drache höher stieg um den Wänden zu weichen, überblickte er die Hochebene und konnte am Horizont das goldene Glühen ausmachen, dass seinen alten Bekannten den König der Zwerge umgab. Auch er hatte sich auf den Weg gemacht. Mit dem Mut der Verzweiflung, tauchte der Drache wieder in den Canyon und zwängte sich durch die schroffen Klippen. Felsen splitterten ebenso wie die Spitzen seiner Schwingen als er herabstieß und die völlig erschöpfte Fee in seinen Pranken barg. Sanft säuberte er ihr vom Staub bedecktes und von den Strapazen gezeichnetes Gesicht als er wieder zwischen den Felswänden aufwärts stieg. Zärtlich strich er mit der Zunge über ihre geschundenen Füße und kühlte die Wunden, die die scharfen Splitter der Felsen hinterlassen hatten. Als er das Plateau überstieg und endlich seine zerfurchten Schwingen wieder voll spreizen konnte, deutete er der ermatteten Fee zum Horizont zu schauen, wo sich das strahlende Gold des Zwergenkönigs aubreitete, wie das Licht über Groß-A´Tuin. Dipladenia richtete sich in der Pranke ihres Drachen auf, und stemmte sich gegen den Wind durch den der Drache schnitt. Sich an den Klauen des Drachen festhaltend, wandte sie den Blick nach vorn. Der Fahrtwind trieb ihr die Tränen in die Augen und mit verschleiertem Blick sah sie das Leuchten, das nun fast den ganzen Horizont einnahm. Nur kurz konnte sie sich von dem Anblick losreissen, um ihrem Gefährten ein glückliches Lächeln zu schenken, dass ihn auf Jahre für seine geschundenen Schwingen entschädigen würde. Von neuer Kraft durch die Liebe seiner Gefährtin getrieben, bewegte der Drache seine schmerzenden Schwingen schneller und durchschnitt die Luft, um seine Fee zu ihrem Glück zu tragen. Aufrecht trotzte die Fee der Liebe dem Wind als ihr Drache sie auf die glühende Aura zu trug. Als sie sich dem Glühen näherten weitete sich der Canyon und öffnete sich in ein flaches sternförmiges Tal, von dem Canyons in alle vier Himmelsrichtungen verliefen. Die langen Haare der Fee wehten im Wind, als der Drache tiefer sank und in der Mitte des Tales landete. Wenige Augenblicke später erhellte der Schein des aus dem Canyon tretenden Zwergenherrschers das Tal und traf auf den glitzerden Sternenstaub der die kleine Fee umgab. Vom bunten Sternenstaub der Fee zurückgeworfen, erhellte der goldene Schein des Zwerges das Tal. Sanft setzte der Drache seine Fee ab, als Laurin näher kam, und konnte nur knapp ein erleichtertes Seufzen unterdrücken, das die umliegenden Wände erschüttert hätte. Dipladenia schritt zitternd auf Laurin zu, und für einen Augenblick standen sie sich gegenüber. Als sich ihre Blicke trafen, fingen die Wände des Tals an zu beben. Die Zeit verließ ihre Bahn und warf Wellen, dass selbst dem Drachen schwindelig wurde. Als der Eisdrache sich wieder mit der Realität vereint hatte, fand er sich in einem Kessel aus wirbelnden Elementen, in dessen Mitte die beiden Liebenden knieten und sich fest umschlungen hielten. Schützend breitete er seine Schwingen um Dipladenia und Laurin, um sie vor den tobenden Elementen zu schützen, die dieses Glück verhindern wollten. Vorsichtig hob der Drache die ineinander verschlungenen Körper auf, strengte seine Schwingen an, und erhob sich über das Tosen der Elemente.  Als sich das wütenden Tosen langsam in der Tiefe verlor, schlug Dipladenia die Augen auf und betrachtete den noch bewußtlosen Laurin. Langsam hob sie ihren Blick und sah lächelnd zu ihrem Eisdrachen. Sanft und gütig erwiderte er ihren Blick, streichelte zärtlich mit der Zunge über ihr Gesicht und schob sie liebevoll zu ihrem erwachenden Glück. Ruhig trug der Drache das geliebte Paar durch die weiche Nachtluft, betrachtete die strahlenden Sterne und fragte sich, welche Richtung sie wohl wählen würden...

Als sich die Sonne strahlend über den Horizont erhob, flogen sie längst wieder über die grünen Wälder heimatlicher Gefilde. Sanftes rötliches Licht umfloss die zärtlichen Rundungen der Fee und brach sich schillernd in den Juwelen der Zwergenkrone als die großen Schwingen zur Ruhe kamen und sich der riesige Leib segelnd dem Boden näherte. Ein kaum merkliches Zittern durchlief den geschmeidigen Körper, als die Hinterpranken des Drachen den Boden berührten und sich tief in die weiche Walderde gruben. Einen Augenblick um Gleichgewicht ringend, richtete sich der Eisdrache Nemesis auf und hob die Pranke mit dem schlafenden Paar vor die Tür des Feenbaumhauses. Vorsichtig weckte er mit seinen weichen Nüstern den dösenden Zwerg und nickte ihm auffordernd zu, als dieser blinzelnd die Augen aufschlug. Mit einem Blick voller Güte und Liebe betrachtete er wie sich die starken Arme Laurins unter den zarten Leib der kleinen Fee schoben und sie sanft aufhoben. Dipladenias Kopf ruhte geborgen an Laurins Schulter als dieser sie ins Feenhaus trug. Auf der Schwelle drehte sich der König noch einmal um und warf einen kurzen Blick voller Freundschaft in die großen Augen des Drachen in denen er fast glaubte einen ungewöhnlichen feuchten Glanz sehen zu können. Nemesis blinzelte und sagte so leise er konnte: "Nun geh schon...", dann senkte er den Kopf und rollte sich um den Baum herum zusammen. Die Sonne schimmerte auf dem massiven Körper, als Laurin sich umwandte und das Feenhaus betrat. Kurz zögerte er, dann entschloß er sich die Tür offen zu lassen. "Wer braucht schon eine Tür, wenn er einen Wachdrachen hat..." brummelte er sich in den Zwergenbart. Dann trug er seine Fee ins Schlafgemach und vollbrachte das Kunststück Dipladenia mit einem Arm zu halten und gleichzeitig die Decke zurückzuschlagen, ohne sie aufzuwecken. Dipladenia seufzte leicht im Schlaf als er sie hinlegte und hielt sich an seinem Hals fest. Vorsichtig entwandt Laurin sich ihrer Umarmung, um die Vorhänge vor der strahlenden Vormittagssonne zu schließen. Dann löste er leise die Schnallen seiner Lederrüstung und legte sie zusammen mit seinem Gewand ab. Ein zufriedenes und erwartungsvolles Schmunzeln umspielte Dipladenias Lippen als sie die warme Haut Laurins durch den dünnen Stoff ihres Feenkleidchens spürte. Ein leises Kichern entfloh ihren Lippen, als sie sich umdrehte und, als sie ihn zu sich zog, bemerkte das sie ihre gewohnte Wirkung nicht verfehlte. An diesem Tag mussten die Vögel des Waldes nicht nur hinnehmen, das ihr Gesang durch den dumpfen Herzschlag des schlafenden Drachen untermalt, sondern auch von der glockenklaren hellen Stimme der Fee der Liebe übertönt wurde.

Dipladenia ist eine Fee der Liebe, so dass sie niemals eine Waffe in ihren Händen hält, geschweige denn gebraucht. Wer braucht schon eine Waffe wenn man einen Drachen hat? Sie glaubt an die Macht der Liebe und arbeitet mit dieser Kraft. Den Beutel mit Sternenstaub, mit dem sie einige kleine Zauber vollbringen kann, trägt sie stets bei sich. Mittlerweile hat sie sich auch ein neues Kleid aus Seide gesponnen, was ihrer Figur noch mehr schmeichelt. Wer die kleine Fee Dipladenia sehen will, sollte versuchen, sie von Laurin weg aus dem Sep zu ziehen oder den Eisdrachen zu überwinden...

Naja, wenn ihr dabei scheitert, könnt ihr ja immer noch mailen!
 

Die Fee in Wort und Bild